Die Vererbung von Krypowährungen und NFTs

Die Ver­mö­gens­nach­fol­ge in den digi­ta­len Nach­lass stellt Rechts­an­wen­der, Gerich­te und das Finanz­amt vor neue Her­aus­for­de­run­gen und dem unbe­darf­ten Erb­las­ser vie­le Fal­len bei der Ver­tei­lung sei­ner Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de. Nach­fol­gen­de Hin­wei­se sind bei der Pla­nung der Ver­mö­gens­nach­fol­ge in den digi­ta­len Nach­lass des­halb unbe­dingt zu beachten.

„Die Ver­er­bung von Kry­po­wäh­run­gen und NFTs“ weiterlesen

Was tun, wenn die Schenkungs-/Erbschaftsteuerfreibeträge nicht ausreichen?

Laut sta­tis­ti­schem Bun­des­amt wur­den im Jahr 2021 ins­ge­samt 11,1 Mil­li­ar­den Euro Erb­schafts- und Schen­kungsteu­er erho­ben und damit 30% mehr als im Vor­jahr. In Zei­ten rekord­ver­däch­ti­ger Immo­bi­li­en­prei­se, nach wie vor hohen Akti­en­kur­sen und einer altern­den Gesell­schaft sind Schen­kungs- und Erb­schaft­steu­er damit end­gül­tig auch beim Durch­schnitts­bür­ger ange­kom­men. Wel­che Mit­tel bestehen zur steu­er­op­ti­mier­ten Vermögensnachfolge?

„Was tun, wenn die Schen­kungs-/Erb­schaft­steu­er­frei­be­trä­ge nicht aus­rei­chen?“ weiterlesen

Vermeiden Sie diese Todsünden bei der Vermögensnachfolge, Teil 3

Die Sache mit den 10-Jahresfristen

In der erbrecht­li­chen Bera­tung sind Fra­gen nach den 10-Jah­res­fris­ten im Erb- und Erb­schaft­steu­er­recht bereits im Erst­be­ra­tungs­ge­spräch üblich und die Schluss­fol­ge­run­gen häu­fig für die wei­te­re Ver­mö­gens­nach­fol­ge­ge­stal­tung entscheidend. 

„Ver­mei­den Sie die­se Tod­sün­den bei der Ver­mö­gens­nach­fol­ge, Teil 3“ weiterlesen

Vermeiden Sie diese Todsünden bei der Vermögensnachfolge, Teil 2

Falsche oder keine Erbschaftssteuergestaltung

Erbrecht und Steu­er­recht sind in der Bera­tungs­pra­xis ver­zahnt wie kaum zwei ande­re Rechts­ge­bie­te. Häu­fig sind in der leb­zei­ti­gen Ver­mö­gens­nach­fol­ge­pla­nung nicht die erbrecht­li­chen, son­dern die steu­er­li­chen Pro­ble­me die maß­geb­li­chen Hür­den. Dies gilt ins­be­son­de­re bei intak­ten Fami­li­en­ver­hält­nis­sen. Die Mini­mie­rung der Erb­schafts­steu­er hat die letz­ten Jah­re bei explo­die­ren­den Immo­bi­li­en­wer­ten und gleich­blei­ben­den Steu­er­frei­be­trä­gen noch ein­mal erheb­lich an Rele­vanz gewon­nen, weil bereits bei einer ein­zi­gen Immo­bi­lie im Nach­lass die Steu­er­frei­be­trä­ge eines Kin­des in Höhe von 400.000,00 € (gilt für alle Schen­kun­gen an die­ses Kind inner­halb von 10 Jah­ren durch eine schen­ken­de Per­son) häu­fig schon über­schrit­ten sind, so dass Erb­schafts­steu­er anfällt. Unter Umstän­den muss das Kind die ererb­te Immo­bi­lie ver­kau­fen oder belei­hen nur um die Steu­er zu begleichen. 

Sofern der Erb­las­ser sich jedoch früh genug mit der The­ma­tik aus­ein­an­der­setzt, kann das Anfal­len der Erb­schafts­steu­er häu­fig voll­stän­dig ver­mie­den und in fast jedem Fall zumin­dest mini­miert wer­den. Nur wenn der Erb­las­ser zu Leb­zei­ten nichts unter­nimmt, müs­sen die Erben die Steu­er­be­las­tung mit weni­gen Aus­nah­men stets hin­neh­men. Nach­fol­gend erhal­ten Sie einen Über­blick über Ihre wich­tigs­ten Gestal­tungs­in­stru­men­te zur Ver­mei­dung der Erbschaftssteuer:

„Ver­mei­den Sie die­se Tod­sün­den bei der Ver­mö­gens­nach­fol­ge, Teil 2“ weiterlesen

Vermeiden Sie diese Todsünden bei der Vermögensnachfolge, Teil 1

Tes­ta­ment, aber kein ein­deu­ti­ger Erbe

Sie gehö­ren zu den­je­ni­gen, die sich Gedan­ken dar­über machen, wer ein­mal Ihre Immo­bi­li­en, Ihr Auto und Ihr Bank­ver­mö­gen bekom­men soll? Sie wis­sen, dass Sie hier­zu ein Tes­ta­ment schrei­ben soll­ten und wie man die­ses hand­schrift­lich errich­tet? Sie haben eine fai­re Lösung für Ihre Kin­der oder Liebs­ten gefun­den und alle Ihre Ver­mö­gens­gü­ter gerecht im Tes­ta­ment verteilt?

Soll­te doch eigent­lich alles pas­sen, oder? 

Nein, nichts passt. 

„Ver­mei­den Sie die­se Tod­sün­den bei der Ver­mö­gens­nach­fol­ge, Teil 1“ weiterlesen

Beispielsfall Pflichtteilsanspruch

Sach­ver­halt: Vater Joseph stirbt im Alter von 87 Jah­ren. Er hin­ter­lässt die Wit­we Maria, mit der er kei­nen Ehe­ver­trag abge­schlos­sen hat und 2 voll­jäh­ri­ge Kin­der, Mar­tin und Katha­ri­na. Mar­tin hat vor 5 Jah­ren einen Pflicht­teils­ver­zicht abge­ge­ben und dafür ein Geld­ge­schenk von € 50.000,00 erhal­ten. Per Tes­ta­ment hat Joseph die Maria zur Allein­er­bin ein­ge­setzt. Katha­ri­na ist vom Nach­lass­ge­richt über ihr Pflicht­teils­recht in Kennt­nis gesetzt wor­den und will nun wis­sen, in wel­cher Höhe ihr Anspruch besteht.

Im Nach­lass des Joseph befin­den sich € 100.000,00 Kon­to­gut­ha­ben und eine Eigen­tums­woh­nung im Wert von € 200.000,00. Für die Beer­di­gung des Joseph hat die Maria € 10.000,00 ausgegeben.

Als gesetz­li­che Mit­er­bin wäre Katha­ri­nas Erbquote
25%
Als Pflicht­teils­be­rech­tig­te erhält Katha­ri­na nur die Hälf­te, also 12,5 %
12.5%

Der Pflicht­teils­an­spruch bemisst sich ledig­lich nach dem Nach­lass­be­stand am Todes­tag des Joseph. Das Geld­ge­schenk bleibt zunächst unbe­rück­sich­tigt. Als ers­tes wird der Nach­lass­be­stand zusam­men­ge­zählt. Es  ergibt sich ein Gesamt­be­stand der Ver­mö­gens­wer­te von

0
Akti­va

Als abzugs­fä­hi­ge Nach­lass­ver­bind­lich­kei­ten sind nur die Beer­di­gungs­kos­ten anzu­set­zen. Vom Aktiv­be­stand sind des­halb abzuziehen

0
Pas­si­va

Es ver­bleibt als Bemes­sungs­grund­la­ge für den Pflicht­teils­an­spruch ein Betrag von

0
Sal­do

12,5 % hier­von sind

€ 36.250

Das Geld­ge­schenk von € 50.000,00 an Mar­tin bleibt nicht unbe­rück­sich­tigt, da im Todes­zeit­punkt noch kei­ne 10 Jah­re seit der Schen­kung ver­gan­gen waren. Für jedes vol­les Jahr zwi­schen Schen­kung und Tod fal­len jedoch 10% des Schen­kungs­wer­tes weg. Das Geld­ge­schenk wird also nur mit 50% sei­nes ursprüng­li­chen Wer­tes berück­sich­tigt. Zur Ver­ein­fa­chung der Berech­nung bleibt für die­se Bei­spiels­be­rech­nung der Kauf­kraft­ver­lust außer Acht. Es ergibt sich also eine Bemes­sungs­grund­la­ge für den Pflicht­teils­er­gän­zungs­an­spruch von 

0
Bemes­sungs­grund­la­ge

12,5 % hier­von sind

€ 3.125

Katha­ri­na kann also die Sum­me aus € 36.250,00 und € 3.125,00 von der Allein­er­bin und Wit­we Maria verlangen.

Sum­me aus Pflicht­teils­an­spruch und Pflichtteilsergänzungsanspruch
€ 39.375

Katha­ri­nas Anspruch beginnt am Ende des Jah­res, in dem Jospeh ver­stor­ben ist zu ver­jäh­ren. Die Frist läuft dann 3 Jah­re und muss recht­zei­tig gehemmt wer­den sonst kann Katha­ri­na ihren Anspruch nicht mehr durchsetzen.

Beach­ten Sie bit­te, dass die vor­ge­nann­te Rech­nung zur Ver­ein­fa­chung kei­ne laten­ten Ertrag­steu­er­las­ten ent­hält. Die­se kön­nen den Anspruch erheb­lich redu­zie­ren. Beach­ten Sie hier­zu bit­te den dies­be­züg­li­chen Bei­trag in der Erbrechtskategorie.